12. März 2010 - 11. Jahrgang - 01/2010
empirica-Regionaldatenbank
empirica-Preisdaten / Techem-empirica-Leerstandsindex
Wirtschaftsforschung
Altersvorsorge / Neue Themenfelder
Immobilienmärkte
Wohnungsmarkt / Eigentümerstandortgemeinschaften / Familien- und altengerechte Stadtquartiere / soziale Stadt
Regionalentwicklung und Stadtentwicklung
Stadtentwicklung / Regionalentwicklung
Neues Produkt - Kosten der Unterkunft (SGB II, §22)
Grundsicherungsrelevanter Mietspiegel - erstmals bundesweit flächendeckend
Erstmals veröffentlicht empirica einen grundsicherungsrelevanten Mietspiegel für alle Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Er erfüllt die von den Gerichten geforderte Berücksichtigung der lokalen Wohnungsmarktsituation und stellt transparent dar, wie sich die Mietniveaus im unteren Wohnungsmarktsegment in den Regionen Deutschlands unterscheiden. Auch wenn weiterhin die einzelnen Kommunen die Kriterien für angemessene Kosten der Unterkunft (KdU) selbst festlegen (müssen), so kann ein solcher - erstmals einheitlich erstellter - Mietspiegel den Kommunen und anderen mit der sozialen Wohnraumversorgungen befassten Akteuren doch helfen, die eigene Region hinsichtlich der Mieten im unteren Wohnungsmarktsegment in die regionale Mietpreisstruktur Deutschlands einzuordnen. Der grundsicherungsrelevante Mietspiegel liefert damit deutschlandweit Vergleichsgrößen zur Beschreibung der regionalen Unterschiede in den Mieten für verfügbare Wohnungen gleicher Größe im unteren Segment.
So viel kosten in Deutschland verfügbare 60-qm-Mietwohnungen im unteren Marktsegment (angemessen für Bedarfsgemeinschaften mit 2 Personen)
Mit diesen Daten wird erstmals ein Deutschlandvergleich möglich: Wie teuer sind verfügbare, d.h. zur Neuvermietung angebotene, Mietwohnungen für 2-Personen-Bedarfsgemeinschaften in München, in Berlin, in Leipzig oder in Gelsenkirchen? Bei welchen Wohnungsgrößenklassen sind die Unterschiede am höchsten? Wie unterscheiden sich die Mieten des unteren Wohnungsmarktsegments in den Kernstädten von denen im Umland?
Neben der kompletten Datensammlung für ganz Deutschland sind auch Auszüge für einzelne Bundesländer sowie für einzelne Landkreise oder kreisfreie Städte erhältlich. Detaillierte kleinräumigere Auswertungen, z.B. für einzelne Gemeinden oder einzelne Stadtteile, können ebenfalls bei Bedarf erstellt werden.
Download: Beispieltabelle und Bestellformular
Kontakt: Petra Heising, Iris Fryczewski
empirica Miet- und Kaufpreis-Ranking I/2010
empirica-Deutschlandindex
Index „Mieten“: Kreisfreie Städte (KS) setzen sich weiter nach oben ab. Betroffen sind allerdings vor allem einige wenige Engpass-Städte.
Index „Kauf ETW“: Nach acht Quartalen des Auseinanderdriftens nähern sich KS und Landkreise (LK) erstmals wieder vorsichtig an. Außerdem zeigt der Index nach drei Quartalen der Erholung wieder nach unten. Im Westen sinken die Angebotspreise in 51% aller KS, im Osten nur in 38%.
Fazit: Eine Trendwende bei den Kaufpreisen für ETW ist angesichts historisch niedriger Fertigstellungszahlen und steigender Mietpreise unwahrscheinlich. Zumindest für die wachstumsstarken Stadtregionen rechnen wir künftig wieder mit steigenden Angebotspreisen.
Deutschlandindex „Kaufen“ (I/2004=100)

Der empirica-Deutschlandindex und das vierteljährliche Miet- und Kaufpreis-Ranking von empirica basiert auf Sonderauswertungen der Preisdatenbank von IDN ImmoDaten, in die Angebotspreise aus Immobilieninseraten von mehr als 100 Anzeigenquellen fließen (ca. 2 Mio. Objekte je Quartal).
Download Text und Tabellen
Pressetext und komplettes Ranking als Excel-Datei hier
Download Abbildungen
Deutschlandindex: Index "Kauf ETW"
| Index "Mieten"
Engpass-Städte: Index "Miet-Engpass"
Städte-Ranking: TOP 10 Mietpreise | TOP 10 Kaufpreise
Kontakt: Dr. Reiner Braun
Neue Daten eingetroffen
Leerstand 2008
780.000 Wohnungen - das sind 3,7% aller Wohnungen in Deutschland - standen 2008 leer und waren nicht zu vermieten. Das geht aus dem aktuellen Techem-empirica-Leerstandsindex hervor, einer Gemeinschaftsstudie von Techem und empirica. Davon entfallen 380.000 auf Ostdeutschland inklusive Berlin und 400.000 auf Westdeutschland. Die Leerstandsquote in den neuen Ländern liegt mit 6,6% zwar deutlich über der Quote im Westen (2,7), aber beide Werte nähern sich seit 2001 kontinuierlich an: Seit Erstellung des Techem-empirica-Leerstandsindexes im Jahr 2001 ist die Quote im Osten um 1,9%punkte gefallen (von 8,5 auf 6,6%). Das entspricht einem Rückgang um rund 120.000 Wohnungen, was unter anderem ein Ergebnis der Abrissförderung ist. In den alten Bundesländern ist hingegen die Zahl leer stehender Wohnungen um 100.000 und damit um 0,6%punkte angestiegen - seit 2001 ein Sprung von 2,1 auf 2,7%.

Unterschiede in der Leerstandsentwicklung gibt es zwischen Ost und West, aber auch zwischen Stadt und Land und vor allem zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen: So entwickelten sich die Leerstände in den kreisfreien Städten günstiger als in den Landkreisen. Besonders günstig verlief die Entwicklung seit dem Jahr 2001 in den ostdeutschen Boomstädten Erfurt (minus 8%), Magdeburg und Dresden (jeweils minus 6%), Potsdam und Rostock (minus 3%) oder Leipzig und Jena (jeweils minus 2%). Die erheblichen Unterschiede zwischen wirtschaftlich prosperierenden und schrumpfenden Regionen kommen auch in Westdeutschland zum Ausdruck: In prosperierenden Regionen wie Stade (minus 6%), Emsland (minus 5%) und Plön (minus 3%) geht der Leerstand zurück, während die Leerstände in strukturschwachen Landkreisen und wachstumsschwachen Städten steigen, zum Beispiel in den Landkreisen Soest (plus 10%) und Hochsauerland (plus 9%) oder den Städten Pirmasens (plus 3%), Remscheid, Hagen und Herne (plus 2%).
Basis für die Auswertung sind anonymisierte Heizkostenabrechnungen, die Techem von rund 2,1 Mio. vermarktbaren Geschosswohnungen erstellt und aus denen empirica den regionalen Leerstandsindex errechnet. Techem ist Marktführer bei der Verbrauchserfassung und Abrechnung von Energie und Wasser und besitzt damit umfangreiches Datenmaterial über die Vermietungssituation auf dem deutschen Wohnungsmarkt.
Karte, Länderergebnisse, Methodik und Bestellformular finden Sie hier
Kontakt: Dr. Reiner Braun
Neuer Auftrag
Inflationsrate für Rentner: Rentnerspezifische Kaufkraft – heute und in der Zukunft
Rentner unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht vom Durchschnittshaushalt. Insbesondere weicht ihr Einkommen in Höhe und Struktur von dem typischer Erwerbstätigenhaushalte ab. Darüber hinaus erfordert ihre Lebenssituation spezielle Konsumgewohnheiten. Im Ergebnis gilt für Rentner eine andere Inflationsrate als für Personen im erwerbsfähigen Alter. Für künftige Rentner kommt ein weiterer Faktor ins Spiel: die Alterseinkommen werden ungleicher. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat empirica beauftragt, die künftigen Auswirkungen auf verschiedene Typen von Rentnerhaushalten zu untersuchen.
Kontakt: Dr. Reiner Braun
Gesundheit
empirica bearbeitet Gesundheitsthemen mit zwei Schwerpunkten.
Den ersten Schwerpunkt bildet das Wohnen im Alter sowie daran geknüpfte Fragen und Anforderungen der Pflege. empirica beschäftigt sich seit rd. 20 Jahren mit dem Thema Wohnen im Alter. Zuletzt haben Aspekte der Pflege (stationär, ambulant etc.) an Bedeutung gewonnen.
Den zweiten Schwerpunkt bildet die frühkindliche Erziehung. Seit rd. 15 Jahren bearbeitet empirica quartiersspezifische Fragestellungen zu sozialräumlichen Ungleichheiten. Oft stehen dabei Entwicklungschancen von Kindern im Fokus (z.B. gesundheitliche Aspekte der frühkindlichen Entwicklung und deren Langzeitfolgen). Die Sichtbarmachung dieser Zusammenhänge und die Initiierung von kommunalen Aktivitäten bilden die Arbeitsschwerpunkte von empirica. Aktuell erarbeitet empirica in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut und der Bertelsmann Stiftung eine Studie zur sozialräumlichen Auswertung des Nationalen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS).
Im Themenfeld „Gesundheit“ kooperiert empirica mit Frau Dr. Stefanie Schmid-Altringer. Sie ist Ärztin und Wissenschaftsjournalistin und arbeitet seit Jahren projektgebunden mit empirica. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die Analyse gesundheitlicher Probleme von Kindern und Frauen sowie die Stärkung von Ressourcen durch präventive Angebote zur Gesundheitsförderung (weitere Erfahrungsschwerpunkte sind: Qualitative Sozialforschung im Bereich Geriatrie, Mitarbeit bei Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Frauengesundheit), Mitarbeit am Portal des Bundesgesundheitsministeriums IN FORM).
Kontakt: Timo Heyn
Bildung
empirica beschäftigt sich seit etwa zehn Jahren mit dem Thema "Soziale Stadt". In diesem Zusammenhang wurden verschiedene vorbereitende Untersuchungen durchgeführt und integrierte Handlungskonzepte entwickelt. Bei diesen Handlungskonzepten spielt das Thema Bildung eine immer größere Rolle. Bei neueren Untersuchungen treten dabei vor allem Fragen der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Fokus. Mit quantitativen und qualitativen empirischen Analysen sowie in der Prozessbegleitung unterstützt empirica Kommunen, Länder und den Bund bei Strategien und Maßnahmen zur Überwindung der Bildungsbenachteiligung.
Kontakt: Katrin Kleinhans
Neue Publikation
Strategien für Wohnstandorte an der Peripherie der Städte und in Umlandgemeinden
Derzeit kommt es vielfach zu einer grundsätzlichen Neubewertung von Lagequalität und Entwicklungspotenzial bestehender Wohnstandorte. Hintergrund sind die demographische Entwicklung und die freigesetzten innerstädtischen Flächenpotenziale infolge des wirtschaftlichen Strukturwandels. Eine Folge sind zunehmende Leerstände. Diese werden vor allem in architektonisch schematischen und planerisch wenig attraktiven Gebieten entstehen. Dazu gehören die homogenen Wohnquartiere der 1960er und 1970er Jahre, die in der Hochphase der Suburbanisierung entstanden sind.
Kernfrage der vorliegenden Untersuchung im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BSSR) ist die Zukunftsfähigkeit der Wohnbebauung der 1960er und 1970er Jahre am Stadtrand und im Umland der westdeutschen Städte. Es wird geprüft, inwieweit zukünftig mit Attraktivitätsverlusten zu rechnen ist und welche Strategien zur Qualifizierung der Standorte eingeleitet werden könnten. Das Ergebnis sind Handlungsempfehlungen sowohl für die Akteure vor Ort als auch für den Bund.
Download: BBSR-Online-Publikation, Nr. 38/2009
Kontakt: Annamaria Schwedt, Ludger Baba
Standortkoordination
Gestaltung des Internetauftritts der Interessengemeinschaft Schöneberger Linse
Das Stadtumbaugebiet "Schöneberg-Südkreuz" ist eins von sechs Gebieten im Westteil der Stadt Berlin, mit denen sich das Land Berlin am Förderprogramm &bdquio;Stadtumbau West“ beteiligt. Die "Schöneberger Linse" stellt ein Teilgebiet des Stadtumbaugebiets dar, in dem sich die Grundstückseigentümer zur Erhöhung der Entwicklungs- und Verwertungschancen ihrer Grundstücke zur "Interessengemeinschaft Berlin Südkreuz (IGS)" zusammengeschlossen haben. Im Rahmen der Standortkoordination für die Schöneberger Linse hat empirica in Zusammenarbeit mit einem Webdesigner den Internetauftritt für die Interessengemeinschaft gestaltet und übernimmt die Betreuung der Seite, die unter www.berlin-suedkreuz.de abrufbar ist.
Kontakt: Kristina Kröger, Ludger Baba
Stadtquartiere für Jung und Alt - eine Zukunftsaufgabe
Bilanzveranstaltung zum ExWoSt-Forschungsfeld „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere“
Zentrales Anliegen der Stadtentwicklungspolitik des Bundes ist die Stärkung von Lebensqualität und Attraktivität der Städte. Die Zahl der Älteren steigt, Familien sollen in den Städten gehalten werden. Beides zusammen gelingt nur, wenn Städte für alle Generationen attraktiv sind und an den Bedürfnisse von Jung und Alt ausgerichtet werden.
Das ExWoSt-Forschungsfeld „Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere“ hat sich über drei Jahre mit den Anforderungen an lebenswerte Stadtquartiere für alle Generationen auseinandergesetzt. In 27 Modellvorhaben wurden innovative Strategien praktisch erprobt. Es gibt keine Patentrezepte. Konzepte müssen im lokalen Kontext entwickelt werden und auf den städtebaulichen Stärken sowie den Kompetenzen der gesellschaftlichen Akteure im Quartier aufbauen. Nur mit integrierten Konzepten können attraktive urbane Freiräume, ein differenziertes nachbarschaftsorientiertes Wohnangebot und eine generationengerechte soziale Infrastruktur entwickelt werden. Das Forschungsfeld hat innovative Bausteine geliefert, wie Stadtquartiere als urbane Lebensräume zum Zusammenhalt und zur Attraktivität der Städte beitragen können.
Download: Anmeldung zur Präsentation der Ergebnisse am 20. April 2010 in Berlin
Download: Programmablauf
Kontakt: Meike Heckenroth
Bericht aus dem Projekt
Evaluation der Ergebnisse im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt"
In das Bund-Länder-Programm "Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt" wurden seit Initiierung im Jahr 1999 über 500 Städte aufgenommen. Abhängig vom Umsetzungsstand führen Kommunen Evaluationen durch. empirica hat bereits in mehreren Städten Zwischen- oder Endevaluationen erstellt (u.a. Berlin, München, Kaufbeuren, Donauwörth, Bodolz, Oettingen). Dabei wird geprüft und dokumentiert, welche Ziele im Rahmen des Programms erreicht, wurden und in welchen Handlungsfeldern noch Entwicklungs- bzw. Unterstützungsbedarf besteht:
Neue Ergebnisse
Beratungsnetzwerk: IdEE - Innovation durch EinzelEigentümer
Im Auftrag des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelte empirica zusammen mit Quaestio und immotional im Rahmen der Vorbereitungsphase des Beratungsnetzwerks "IdEE" einen Flyer, eine Broschüre, eine Wanderausstellung und einen Messestand als Instrumente zur Mobilisierung von privaten Einzeleigentümern. Die Ergebnisse wurden vom 12. bis 16. Januar auf der DEUBAU 2010 präsentiert.
Die Initiative IdEE richtet sich an Privateigentümer von Wohnimmobilien in NRW und möchte insbesondere private Wohnungsvermieter ansprechen. Das im Aufbau befindliche Beratungsnetzwerk soll Immobilieneigentümer bei den zukünftigen immobilienwirtschaftlichen Herausforderungen beratend unterstützen und stellt hierbei die enge Wechselwirkung zwischen dem Werterhalt einer Immobilie und der Stabilität des Gesamtquartiers in den Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt ist daher die Unterstützung von Eigentümerkooperationen.
Download: Flyer IdEE, Broschüre IdEE
Kontakt: Iris Fryczewski, Katrin Wilbert
Neuer Auftrag
Verfahrensbetreuung Beratungsnetzwerk „IdEE - Innovation durch EinzelEigentümer“
Im Anschluss an die Vorbereitungsphase zum Aufbau des Beratungsnetzwerks IdEE (s.o.) wurde empirica vom MBV NRW mit der Verfahrensbetreuung des Beratungsnetzwerks beauftragt. Aufgabe der Verfahrensbetreuung ist die Organisation und Durchführung von sechs Qualifizierungsveranstaltungen für die örtlichen Haus & Grund-Vereine in Nordrhein-Westfalen. Ziel dieser Veranstaltungen ist die Verständigung über Beratungsangebote für private Eigentümer und die Mitwirkungsmöglichkeiten der örtlichen Haus & Grund-Vereine. Alle Veranstaltungen werden dokumentiert. Ein fachlicher Beirat, mit Vertretern des MBV sowie von Haus & Grund NRW mit allen Partnern und mit Vertretern des Städtetags sowie des Städte- und Gemeindebunds, wird in die Weiterentwicklung des Beratungsnetzwerks eingebunden.
Kontakt: Iris Fryczewski, Katrin Wilbert
Aus der Projektarbeit
Das REFINA-Forschungsprojekt „Regionales Portfoliomanagement“
Der „Regionale Portfoliomanager“ ist entwickelt und erstmalig in der kommunalen Praxis angewendet worden. Der „Regionale Portfoliomanager“ der Wohnregion Bonn ist das Ergebnis des REFINA-Forschungsprojektes „Regionales Portfoliomanagement‘. Gemeinsam mit den Kommunen und Akteuren der Wohnregion Bonn haben das Institut für Stadtbauwesen der RWTH Aachen, das Forschungsinstitut GAIAC und empirica ein GIS-basiertes Online-Tool zur Kosten-Nutzen-Betrachtung künftiger möglicher Siedlungsflächen entwickelt. Der Regionale Portfoliomanager wurde auf der Abschlussveranstaltung am Freitag, den 26. Februar 2010 in Siegburg vorgestellt. Der Portfoliomanager ermöglicht kommunale und regionale Kosten-Nutzen-Betrachtungen aus volkswirtschaftlicher Perspektive. Neben den Methoden und Hintergründen des Portfoliomanagers wurden erste Ergebnisse der bisherigen regionalen Zwischenbilanz auf der Veranstaltung vorgestellt. In einem zweiten Themenblock diskutierten eingeladene Experten den bisherigen Stellenwert von Kosten-Nutzen-Betrachtungen in der kommunalen Praxis sowie die Ansprüche und Anforderungen an die Politik. Zudem wurden die bisherigen Instrumente und Handlungsmöglichkeiten der Kommunen zur Aktivierung und Mobilisierung von Innenentwicklungsflächen sowie von Recyclingflächen diskutiert. Im Ergebnis der Diskussionen erfordert eine künftige wohlfahrtsökonomische Optimierung der Siedlungsflächenentwicklung veränderte Steuerungsinstrumente und einen transparenteren Umgang mit politischen Entscheidungen in den Kommunen.
Download: Portfoliomanager
Kontakt: Sebastian Hein
Aus der Projektarbeit
Leitbild und Zukunftsstrategie „Saalfeld 2020“
In der Stadt Saalfeld wurde in einem einjährigen Arbeits- und Kommunikationsprozess eine wegweisende Stadtidee samt Umsetzungsstrategie entwickelt. Dabei stand eine Stadtvision im Mittelpunkt, die Wandlungsprozesse berücksichtigt und Chancen im demografischen Wandel herausarbeitet. Das unverwechselbare Leitbild beschreibt in einzelnen kommunalen Handlungsfeldern Visionen, Leitlinien, Handlungserfordernisse sowie Schlüsselprojekte. Für jeden Leitbildbaustein kümmern sich „Projektpaten“ um die Umsetzung. Kommunikationsformen wie Bürgermesse, Fokusgruppen oder das „Stadtgespräch“ sichern auch künftig einen intensiven Austausch über die Zukunftschancen der Stadt.
Kontakt: Dr. Hardo Kendschek
Ideen- und Ergebnistransfer
„Netzwerk-Nachrichten“ berichten über Demografie-Coaching im Landkreis Mansfeld-Südharz
In den regelmäßig erscheinenden „Netzwerk-Nachrichten“ wird über Projekte und Neuigkeiten aus dem modellhaften Vorhaben in Sachsen-Anhalt berichtet.
Download: Netzwerk-Nachrichten Januar 2010
Kontakt: Dr. Hardo Kendschek
Aus der Projektarbeit
Städtenetzwerk „Demografie- und Innovationspartnerschaft“ der Städte Artern, Eisleben, Hettstedt, Nordhausen, Sangerhausen, Sondershausen
Im Rahmen des Projektes „Demografie-Coaching im Landkreis Mansfeld-Südharz“ wurde ein grenzüberschreitendes Städtenetzwerk für Erfahrungsaustausch und Ideentransfer angeschoben. Ziel ist, neue Chancen im demografischen Wandel zu identifizieren, Trends zu erkunden, Strategien auszutauschen und zu entwickeln sowie mit anderen Regionen und Netzwerken zu kooperieren.
Das erste Werkstattgespräch fand im Januar in Sondershausen zum Thema „Zurechtfinden im Datendschungel: zum Umgang mit demografischen Analysen, Daten, Trends und Statistiken“ statt. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Welche Indikatoren, Zahlen und Fakten helfen uns weiter? In welchen kommunalen Handlungsfeldern benötigen Städte Demografie-Daten? Was sind „demografische Nebelbomben“ und wovon lebt die „Drama-Industrie“? Wer wandert ab, wer wandert zu? Warum und wohin wandern junge Frauen? Wo erhalten wir verwertbare Daten? An welchen Stellschrauben können Kommunen ansetzen? Wo können wir uns informieren? Wie bereiten wir Daten auf? Wo und wie lassen sich „Demografie-TÜV“ und „Demografie-Check“ einsetzen?
Kontakt: Dr. Hardo Kendschek
Städtenetzwerk Demografie (Bautzen - Görlitz - Hoyerswerda - Kamenz - Löbau - Niesky - Radeberg - Weißwasser - Zittau)
Gemeinsames Werkstattgespräch „Hierbleiben - Engagieren - Zurückholen: Jugendfreundliche Städte im demografischen Wandel“
Das „Städtenetzwerk Demografie“ entwickelt Strategien und Projekte zur Gestaltung des demografischen Wandels. Dabei stehen insbesondere die Chancen dieser Veränderungsprozesse im Mittelpunkt. Ein Schwerpunkt ist der Ideen- und Erfahrungstransfer von neuen Lösungsansätzen und übertragbaren Praxisbeispielen. Dazu werden regelmäßig Werkstattgespräche durchgeführt.
Im Februar wurden im Bautzener Steinhaus e.V. zum Thema „Hierbleiben - Engagieren - Zurückholen: Jugendfreundliche Städte im demografischen Wandel“ neue Fragestellungen und originelle Lösungsansätze aus dem Netzwerk diskutiert. Im Mittelpunkt standen Projekte, die Stadtidentität, Stadtimage und neue Beteiligungsformen miteinander verbinden. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass Zukunftsoptimismus eng mit dem Selbstverständnis und der Selbstdarstellung von Stadt und Region verknüpft ist. Es zeigt sich: Identität und Image entscheiden maßgeblich über die Zukunftsfähigkeit und Entwicklungschancen von Kommunen und Regionen. Wenn z.B. junge Leute glauben, in einer nicht zukunftsfähigen Region zu leben, dann wandern sie eher ab. Identität und Image werden daher zu wesentlichen kommunalen Entwicklungs- und Entscheidungsfaktoren.
Vorgestellt und diskutiert wurden die Projekte: „Kleines B an der Spree“ (Ein Imagefilm von Jugendlichen für Jugendliche; Steinhaus e.V. Bautzen) / Handbuch „Knowhow für Macher“ (Ein Handbuch für Handlungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für junge Leute in Stadt und Region; Steinhaus e.V. Bautzen) / „Malplatte“ (Teil des Jahresprojektes „Verwunschene Orte“; Kulturfabrik Hoyerswerda e.V.) / „Das Internet als Kommunikationsbrücke“ (Projektteam Hoyerswerda) / „Hip-Hop und Jugendkultur gegen Ladenleerstand“ (Projektteam Weißwasser).
Kontakt: Dr. Hardo Kendschek