Ländliche Räume haben aus Sicht von Expertinnen und Experten oft zwei große Standortnachteile: unzureichender öffentlicher Nahverkehr und fehlendes schnelles Internet in der Fläche. Dabei haben Investitionen in Glasfaserausbau und öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Räumen bislang kaum nachgewiesenen, evidenzbasierten Einfluss auf die Attraktivität als Wohnstandort, gemessen an der Zahl der Personen, die geblieben oder zugewandert sind.
Andere Faktoren wie Ruhe, Natur, Gesundheit und ein aktives soziales Miteinander machen ländliche Räume attraktiv. Viele private Haushalte benötigen in ländlichen Räumen weder Glasfaser noch einen gut ausgebauten ÖPNV, da sie mit Pkw mobil sind und für den digitalen Alltag häufig ein guter DSL-Anschluss bzw. mit Satelliten-Internetdienste bereits kostengünstige Alternativen zur Verfügung stehen. Statt mehr Investitionen, die in die Erde „versenkt“ werden, sollte in erster Linie das reale Leben durch Verbesserung des sozialen Miteinanders, der Gemeinschaft und des Engagements gestärkt werden, um ländliche Räume zukunftsfähig zu machen und lebendig zu gestalten.