Künftige Wohnungsleerstände in Deutschland

Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

2019 – 2020

Wohnungsleerstand ist ein weit verbreitetes Phänomen in Deutschland. empirica hat im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung die regionalen Entwicklungen des Wohnungsleerstands in der jüngeren Vergangenheit (2011-2016; Daten bis 2019 gibt es im Marktstudio von empirica-regio) sowie der mittelfristigen Zukunft (2015-2030) analysiert. Im Fokus standen regionale Ausprägungen und Auswirkungen auf die Immobilienmärkte.
Künftige Wohnungsleerstände in Deutschland

Rückwärtsprognose

Die aktuellste amtliche Zensus-Erhebung ergab für das Jahr 2011 einen Leerstand von 1,83 Mio. Wohnungen (4,5%). Die bundesweite Datenlage zum Leerstand ist unbefriedigend. Zwischen zwei Zensus-Erhebungen im Abstand von zehn Jahren ist es allenfalls möglich, eine buchhalterische Fortschreibung der Leerstände vorzunehmen. Eine solche Fortschreibung der Zensus-Daten ergab unter Zugrundelegung von bestimmten Annahmen zur Entwicklung der Wohnungsnachfrage einen aktuellen Leerstand von 1,4 Mio. Wohnungen im Jahr 2016 (eine aktualisierte Fortschreibung bis 2019 gibt es im Marktstudio von empirica-regio). In den Wachstumsregionen sind die Leerstände mittlerweile nahezu verschwunden, weitere Rückgänge daher schon rein rechnerisch kaum noch möglich.

Vorwärtsprognose

Die mögliche Verdoppelung des Leerstandes bis zum Jahr 2030 wird im Wesentlichen in den Schrumpfungsregionen geschehen. Dadurch entsteht je nach Szenarioannahmen ein zusätzlicher Rückbaubedarf von 0,8 Mio. bis 2,0 Mio. Wohnungen. Auch in Zukunft werden Deutschlands Wohnungsmärkte zum einen von Knappheit und steigenden Mieten, zum anderen von Schrumpfung und zunehmendem Leerstand in der Fläche geprägt sein.

Auftraggeber
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

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