Revitalisierung der Riester-Rente

Wirtschafts- und Sozialforschung

2018 – 2019

Im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge hat empirica Verbraucherschützer, Anbieter und Vermittler von Riester-Produkten sowie Vertreter der Rentenversicherung befragt, wie die Riester-Rente vereinfacht werden kann. Drei Ansatzpunkte kamen dabei zur Sprache. Die Zahl der Geschäftsvorfälle muss minimiert werden. Die Einteilung in unmittelbar, mittelbar und nicht förderfähig abgeschafft und die Rückforderungen von Zulagen eingedämmt werden.
Revitalisierung der Riester-Rente

Hintergrund

Im ersten Halbjahr 2018 gibt es 16,6 Mio. Riester-Verträge. Damit hat jedoch nur etwa die Hälfte aller Berechtigten einen Vertrag abgeschlossen. Man mag nun einwenden, dass manche schlicht keinen Riester-Vertrag brauchen oder wollen, die Sparfähigkeit trotz Zulagen nicht ausreicht oder (bis zum Jahr 2018) eine drohende Anrechnung auf Hartz IV-Leistungen in eine Sparfalle geführt hätte. Dem muss man jedoch entgegen halten, dass selbst viele ehemals interessierte Riester-Sparer mittlerweile ihren Verträgen den Rücken kehren – per Saldo trifft dies insbesondere Versicherungen und Banksparpläne.

Die Sichtweise der Betroffenen

Von der mangelnden Attraktivität der Riester-Rente zeugen viele Beitragsfreistellungen lange besparter Altverträge, aber auch Kündigungen erst kürzlich abgeschlossener Neuverträge. Gegen die Einfachheit, Transparenz und Effizienz der Riester-Förderung sprechen weitere Zahlen: Bei weitem nicht alle Sparer bekommen die volle Zulage, Anbieter klagen über die hohe Zahl an Teil-Rückforderungen bereits überwiesener und verbuchter Zulagen. Insgesamt leidet das Riester-Sparen aber nicht nur an seiner Komplexität und einer schleppenden Verbreitung, hinzu kommt ein schlechtes Image infolge berechtigter und unberechtigter Kritik durch Medien, aber auch durch Politiker. Insgesamt ächzt die Riester-Rente unter der komplizierten Förderung: Sie produziert sehr hohe Verwaltungs-, Vertriebs- und Beratungskosten und mindert dadurch die mögliche Rendite.

Vorgehensweise

Die Studie diskutiert zahlreiche Verbesserungen, welche auf die oben genannten Kritikpunkte eingehen. Die Vorschläge bauen auf leitfadengestützte Experteninterviews auf und wurden in vier Kategorien unterteilt. Darin werden (i) Grundsatzprobleme unterschieden von Vereinfachungen der bestehenden Fördersystematik hinsichtlich (ii) allgemeiner sowie (iii) Wohn-Riester spezifischer Symptome und schließlich von (iv) Möglichkeiten eines Wechsels in der Fördersystematik.

Auftraggeber
  • Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA)

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