Mietbelastung in Bayern – Resteinkommen

Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

2022 – 2023

Die Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern beauftragte empirica aufzuzeigen, welches Ausmaß steigende Mieten in Bayern angenommen haben. Dazu wurde die Höhe des Haushaltsnettoeinkommens nach Abzug der warmen Mietkosten berechnet (Resteinkommen). Vergleichszeitpunkte für diese Resteinkommen waren die Jahre 2008 und 2022 sowie Prognosen für das Jahr 2023 (Vergleichszeitraum 15 Jahre). Die Ergebnisse wurden nach verschiedenen Haushaltstypen und Regionen differenziert dargestellt.
Mietbelastung in Bayern – Resteinkommen

Die Studie untersuchte die Entwicklung der Mietbelastung und des Resteinkommens von Haushalten in Bayern für die Jahre 2008, 2022 und 2023 (Prognose). Mietbelastung wird als Anteil der Bruttowarmmiete am Haushaltsnettoeinkommen definiert, Resteinkommen als Einkommen nach Mietzahlung. Basis der Berechnungen waren inserierte Mieten, Haushaltsnettoeinkommen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) sowie Annahmen zu Nebenkosten, Wohngeld und Entlastungsleistungen wie Energiegeld, Kinderbonus und Gas-/Strompreisdeckel. Die Analyse konzentrierte sich auf das untere Mietsegment und einkommensschwächere Haushalte, berücksichtigte regionale Unterschiede auf Kreisebene und inflationsbereinigt die Werte auf 2008. Ziel war es, abzuschätzen, wie hoch Mietbelastungen und verbleibendes Einkommen unter den aktuellen Rahmenbedingungen für verschiedene Haushaltstypen wären, auch wenn reale Belastungen aufgrund von Bestandsmieten abweichen können.

Die Analyse zeigte, dass die Wohnkosten in Bayern in allen Regionen deutlich gestiegen sind. 2008 war München besonders teuer, bis 2022 zogen umliegende Verdichtungsräume auf ähnliches Niveau nach und 2023 stiegen die Mietbelastungen flächendeckend.

Unterschiede bestehen stark zwischen Haushaltstypen: Alleinlebende, Familien mit Kindern, Studierende oder Rentner sind unterschiedlich betroffen, je nach Einkommen, Wohnfläche und Nebenkosten. Resteinkommen ist in vielen Regionen und Haushaltskonstellationen stark gesunken, vor allem für einkommensschwache Haushalte.

Die Wohngeldreform 2023 sowie Entlastungen wie Kindergeld, Gas-/Strompreisdeckel oder Energiegeld mildern die Belastung zwar, greifen aber unterschiedlich je nach Haushaltstyp. Die Berechnungen basieren auf inserierten Neuvertragsmieten, typenspezifischen Einkommen und modellierten Nebenkosten; sie zeigen „Was-wäre-wenn“-Szenarien, nicht die realen Bestandsbelastungen.

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Wohnkosten 2023 auf breiter Basis steigen, regionale Unterschiede bestehen, und staatliche Entlastungen nur teilweise den Kaufkraftverlust ausgleichen.

Auftraggeber
  • FES - Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern

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