Das Erwachen der Schlafdörfer
Regionen, Städte und Quartiere
2023 – 2026
Lange schien die demografische Entwicklung ländlicher Regionen vorgezeichnet. Viele junge Menschen zogen für ein Studium in die Großstädte und kehrten nur selten in ihre dörfliche Heimat zurück. Doch nun zeichnet sich eine neue „Landlust“ ab. Die Pandemie hat den Wandel der Arbeitswelt beschleunigt und die Digitalisierung sowie die angespannte Wohnungsmarktsituation in vielen Großstädten wirken dabei als Umzugshelfer in entlegenere Regionen.
Die neue Arbeitswelt wirkt nicht nur als Umzugshelfer aufs Land, sondern verändert auch das Mobilitätsverhalten vieler alteingesessener Landbewohnerinnen und -bewohner. Auch sie sitzen nicht mehr täglich im Auto oder Zug auf dem Weg ins Büro, sondern können von zuhause arbeiten. Sowohl neue als auch alte Landbewohnerinnen und -bewohner sind damit häufiger als früher tagsüber an ihren Wohnorten und könnten die klassischen „Schlafdörfer“ in den Speckgürteln der Großstädte beleben.
Das Forschungsprojekt untersucht anhand der Analyse der amtlichen Statistik, von GPS-Bewegungsdaten, Online-Umfragen und Fallstudien, ob dies zutrifft, wenn ja welche Gemeinden von den Trends profitieren und welche nicht und welche soziostrukturräumlichen Auswirkungen (beispielsweise auf die Daseinsvorsorge und Nahversorgung) in den Orten damit verbunden sind.
- Wüstenrot Stiftung