Wohnungsmarktkrise und Schwellenhaushalte

Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

2025

Die Senkung der Erwerbsnebenkosten wäre kurzfristig die wirksamste Maßnahme gegen die Wohnungsmarktkrise, der soziale Wohnungsbau und die Sparförderung für Schwellenhaushalte stellen langfristige, aber teurere Wege dar. Das Papier plädiert für gezielte Entlastungen beim Bauen und beschleunigte Eigenkapitalbildung, um Wohneigentum breiter zugänglich zu machen und gleichzeitig das bewährte zweigleisige System der deutschen Sparförderung zu stärken.
Wohnungsmarktkrise und Schwellenhaushalte

Die effizientesten Maßnahmen gegen die Wohnungsmarktkrise sind verbesserte Angebotsbedingungen. Das ginge am schnellsten durch eine Absenkung der Erwerbsnebenkosten. Auf der Nachfrageseite hilft sozialer Wohnungsbau den Bedürftigen am zielsichersten, er ist aber sehr teuer; eine Sparförderung für Schwellenhaushalte – also Haushalte, denen es ohne staatliche Förderung finanziell nicht möglich ist, Wohneigentum zu erwerben – ist vergleichsweise günstig, wirkt jedoch sehr langsam. Im Hinblick auf Geringverdiener sollte daher das Bauen verbilligt werden. Dabei könnte das Vorbild Hamburgs des standardisierten Wohnungsbaus ein Ansatz sein. Im Hinblick auf Schwellenhaushalte beim Eigentumserwerb sollte dagegen die Wirksamkeit der Eigenkapitalbildung beschleunigt werden. Das könnte teure Fördermodelle überflüssig machen.

Grundsätzlich hat sich das deutsche System der zweigleisigen Sparförderung jedoch bewährt: Langfristiges Sparen in Produktivkapital verspricht hohe Renditen, kurzfristiges Sparen in Geldanlagen dagegen Sicherheit. Jeder kann nach seiner Fasson mischen. Gleichzeitig dämpft die Zweigleisigkeit der Förderung die Extrema ab. Denn sie gibt einen Anreiz, sowohl an die lange Frist der Altersvorsorge als auch an die kurze Frist des Eigenkapitalbedarfs für die eigenen vier Wände zu denken: Doppelt genäht hält so besser.

Auftraggeber
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
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