Erwerbstätigen- und Flächenbedarfsprognose für die Planungsregion München

Wirtschafts- und Sozialforschung

2023 – 2024

empirica analysierte im Auftrag der Landeshauptstadt München in der Planungsregion München (PLR München) die zukünftige Entwicklung von Arbeitsmarkt und Flächenbedarf bis 2040. Die Bedarfsprognose zeigt, dass trotz weiterem wirtschaftlichem Wachstum und steigender Beschäftigung der Arbeitskräftemangel zum zentralen Engpass für die Region wird. Die Ergebnisse sind entscheidend, um frühzeitig Strategien für Fachkräftesicherung sowie Büro- und Gewerbeflächenentwicklung abzuleiten.
Erwerbstätigen- und Flächenbedarfsprognose für die Planungsregion München

Die Landeshauptstadt München beauftragte empirica mit der Erstellung einer Erwerbstätigen- und Flächenbedarfsprognose für die Planungsregion 14 (Landeshauptstadt München und umliegende Landkreise) bis zum Jahr 2040. Aufbauend auf einer früheren Studie wurde nicht nur die Arbeitskräftenachfrage, sondern auch das Angebot prognostiziert. Hierfür wurden zahlreiche amtliche Daten mit statistischen Verfahren ausgewertet. Basis der Prognose waren jeweils für die LH und die Umlandkreise auf der Ebene von 66 Wirtschaftsgruppen die Zahl der Sv-Beschäftigten und aggregiert auf die Wirtschaftsabschnitte die Zahl der Erwerbstätigen. Es wurde eine Negativ-Variante, ein Basis-Variante und eine Trendvariante berechnet. Neben den quantitativen Prognosen wurde eine Variante differenziert nach Bildungsgruppen erstellt. Zudem wurde die Zahl der Bürobeschäftigten bis 2040 prognostiziert.

Die Planungsregion gilt seit vielen Jahrzehnten als international erfolgreicher und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort. Die Wirtschaftsstruktur verschiebt sich weiter in Richtung Dienstleistungen und wissensintensiver Tätigkeiten, während Digitalisierung und Tertiärisierung schreiten voran, ohne dass Anzeichen für einen Bedeutungsverlust der Region erkennbar sind.

Bis 2040 wird im Basisszenario ein Anstieg der Arbeitskräftenachfrage um rund 346.000 Erwerbstätige bzw. 17% erwartet. Besonders stark wächst die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften mit Hochschulabschluss (von 0,69 auf 0,96 Millionen), aber auch der Bedarf an Fachkräften mit abgeschlossener Ausbildung sowie an Ungelernten nimmt weiter zu. In einer Trendvariante fällt der Zuwachs noch deutlich höher aus. Die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Branchen bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber der Region.

Auf der Angebotsseite wirkt sich der demografische Wandel zunehmend aus. Bundesweit sinkt langfristig die Zahl der Erwerbspersonen, während sie in der Planungsregion München weiter steigt. Im Jahr 2022 lebten dort rund 1,69 Millionen Erwerbspersonen, 52% in der Landeshauptstadt und 48% im Umland. Je nach Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung und zum Erwerbsverhalten wächst diese Zahl bis 2040 auf 1,74 bis 2,18 Millionen. Dennoch kann die steigende Arbeitskräftenachfrage nicht vollständig gedeckt werden: Im Basisszenario entsteht eine Arbeitskräftelücke von bis zu rund 93.000 Personen, in höheren Nachfrageszenarien sogar von deutlich über 200.000 Personen. Der Arbeitskräftemangel wird damit zu einem zentralen Risiko für das weitere Wachstum.

Aus den sektoralen Prognosen leitet der Bericht den zukünftigen Bedarf an Büro- sowie Industrie- und Gewerbeflächen ab. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Bürobeschäftigten nimmt bis 2040 weiter zu, gleichzeitig reduziert sich der Flächenbedarf pro Beschäftigten durch neue Arbeitsformen. Dennoch bleibt ein erheblicher Neubaubedarf an hochwertigen, gut angebundenen Standorten bestehen. Der jährliche Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen liegt je nach Variante bei etwa 107 bis 120 Hektar, ist jedoch aufgrund der Flächenknappheit schwer umzusetzen. In einem Sonderthema werden zudem die mittel- und langfristigen Folgen der SARS-Cov-2 Pandemie branchenspezifisch analysiert und die dadurch erkennbaren, zu erwartenden dauerhaften Veränderungen im Erwerbsverhalten (z.B. Home-Office, Remote Work) abgeleitet.

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