Wohnungsbaugesellschaft für den Kreis Grafschaft Bentheim

Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

2025 – 2026

Der niedersächsische Landkreis Grafschaft Bentheim hat bei empirica eine Untersuchung zur Wirksamkeit von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften für den kommunalen Wohnungsbau und den kommunalen sozialen Wohnungsbau beauftragt. Ziel der Studie ist es, fundierte Erkenntnisse und praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Landkreis Grafschaft Bentheim und die kreisangehörigen Kommunen zu erarbeiten, um die Bereitstellung von Wohnraum effektiv zu gestalten. Dabei werden wirtschaftliche, rechtliche und organisatorische Aspekte analysiert und bewertet. Die Studie wird in Kooperation mit dem Anwaltsbüro Dr. Baden & Kollegen Rechtsanwälte erarbeitet.
Wohnungsbaugesellschaft für den Kreis Grafschaft Bentheim

Wohnungsbaugesellschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung einer nachhaltigen Wohnraumversorgung. Im ländlichen Raum, wie dem niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim, gibt es häufig nicht so viele Gesellschaften, die sich um den Wohnungsbau kümmern. Angesichts dieser Angebotslücke und des im regionalen Wohnraumversorgungskonzept definierten Bedarfs an gefördertem Wohnraum in der Grafschaft hat der Landkreis empirica mit einer Studie beauftragt, in der die organisatorische, rechtliche und wirtschaftliche Machbarkeiten möglicher neuer Wohnbaugesellschaften untersucht werden.

Zu diesem Zweck wurden in Kooperation mit einer Rechtsanwaltskanzlei die Organisations- und Rechtformen neu gegründeter Gesellschaften im Landkreiskontext analysiert und im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit in der Grafschaft Bentheim geprüft. Eine wichtige Frage dabei war es, eine Konstruktion zu entwerfen, die sowohl die Ebene der einzelnen Kommune als auch die des Landkreises sowie die der regionalen Wohnungsbauwirtschaft angemessen berücksichtigt. Hierfür wurden Gespräche mit den kreisangehörigen Kommunen, mit dem Landkreis sowie mit Wohnungsunternehmen und Bauträgern geführt.

Im Ergebnis dieser Prüfschritte wurde ein Modell nach dem Vorbild des Istag-Modells der Stadtregion Münster entworfen, in dem die Gründung einer regionalen Wohnungsbaugenossenschaft auf der Landkreisebene empfohlen wurde. Diese von der jeweiligen Kommune im Eigentum gehaltenen Wohnungsbaugesellschaften sind Bestandshalter der zu bauenden Wohnungen. So ist die langfristige Eigenständigkeit der Kommunen im Umgang mit den Wohnungen sichergestellt. Das aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen inhouse-fähige Modell ist flexibel konstruiert, so dass bei Bedarf einzelne projektbezogene Baugenossenschaften nach dem Vorbild des Detmolder Modells in das regional-kommunale-Modell integriert und dabei auch weitere Partner aus der Grafschaft beteiligt werden können (z.B. Kreditwirtschaft, Stadtwerke, Privatpersonen).

Für das entworfene kommunale-Landkreis-Modell wurde zudem eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Kommunen durchgeführt. Hier wird der Zielkonflikt sichtbar, dass trotz aktuell sehr attraktiver Konditionen der Landeswohnraumförderung nicht unerhebliche finanzielle Aufwände sowohl für die einzelne Kommune als auch für den Landkreis durch die Bereitstellung von Personal und Eigenkapital entstehen würden. Beim Abwägen von Für und Wider für ein solches Modell sind daher alternative Möglichkeiten und Instrumente in Betracht zu ziehen, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Im Rahmen der Studie werden daher verschiedene Optionen aufgezeigt, die von Bestandsmaßnahmen im Rahmen der Landeswohnraumförderung über Finanzierungen von Kommunen und Privaten bis hin zu einer dichteren Bauweise sowie den sich aus dem Bauturbo ergebenden Möglichkeiten reichen.

Auftraggeber
  • Landkreis Grafschaft Bentheim

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