Handlungskonzept Flüchtlinge

Der aktuelle Flüchtlingsstrom stellt vor allem Kommunen vor große Herausforderungen. Für Strategiediskussionen bleibt kaum Zeit. Das Risiko, zu spät zu handeln, ist aber genauso groß wie das Risiko, jetzt unüberlegt Wohnungsbauten zu erstellen, in denen in zehn Jahren niemand mehr wohnen will. Gefragt ist Sachlichkeit in einer emotionalen Debatte.

Modulares empirica-Konzept

empirica hat ein modulares Konzept entwickelt. Dabei werden zunächst die wichtigsten Daten zur lokalen Flüchtlingssituation zusammengestellt. Auf dieser Basis können langfristige Ziele und kurzfristige Maßnahmen fundiert diskutiert werden. Wichtige Zielgrößen im Hinblick auf den lokalen Wohnraumbedarf sind

  • Quantität und Fristigkeit: wann wechseln wieviele die Unterkunft gegen eine Wohnung?
  • Wohnungsqualität: Größe, Belegungsdichte, Sanierungszustand/Neubaustandard
  • Kleinräumige Verteilung: Mobilisierung von Leerständen, Gewerbeflächen, Bauland
  • Soziale Einbindung: Vermieter, Nachbarschaft, Schulen, Vereine, Patenschaften

Verteilungsstudie für Flüchtlinge

empirica berät Bundesländer und Landkreise bei der kleinräumigen Verteilung von Flüchtlingen. Teil des Konzepts ist eine kostengünstige Wohnraumversorgung im vorhandenen Wohnungsbestand. In Deutschland gibt es derzeit rund 1,7 Mio. leer stehende Wohnungen (213 Tsd. in Bayern, 299 Tsd. in NRW, 193 Tsd. in BaWü). Diese befinden sich überwiegend ausserhalb der Stadtregionen. Deshalb ist zu prüfen:

  • Gibt es dort ausreichend Infrastruktur (z.B. Schulen, ärztliche Versorgung)?
  • Finden die Menschen dort (mehr/weniger) geeignete offene Stellen als in Stadtregionen?
  • Wie sind die Integrationschancen in den Leerstandsregionen?

All das lässt sich mit einer guten Datengrundlage besser beantworten.

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